Ihre Fragen - unsere Antworten

Als ein modernes Landwirtschaftsunternehmen sind uns Transparenz und Objektivität in der Diskussion um Landwirtschaft und Nutztierhaltung sehr wichtig. Einige Fragen, die in der Vergangenheit an uns herangetragen wurden, haben wir hier zusammengestellt und geben interessierten Bürgern gern weitere Informationen rund um das Thema.

Was passiert mit der ganzen Schweinegülle?

Schweinegülle ist kein Abfall. Vielmehr ist es ein biologischer Dünger mit allen Nährstoffen, die Getreidepflanzen zum Wachsen brauchen. Durch den Einsatz von Schweinegülle entfällt die Verwendung von Kunstdünger. Der Dünger wird auf Feldern in der Umgebung des Schweinehaltungsbetriebes ausgebracht. Auf diesen Feldern wächst wiederum das Futter für die Schweine heran.

Wie viele Menschen sind bei der Alboco GmbH beschäftigt?

Im Standort Hecklingen sind rund 20 Mitarbeiter beschäftigt. Für das Kontrollieren der Tiere und das Anmischen des Futters sind fünf Mitarbeiter verantwortlich. Weitere Mitarbeiter sind für die Alboco in der Verwaltung, in der Qualitätssicherung, beim Betriebshandwerk oder in der Transportabteilung mit unterschiedlichsten Aufgaben betraut. Für die Biogasanlage sind weitere zwei Arbeitskräfte notwendig. Hinzu kommen die Mitarbeiter in der Landwirtschaft, welche im Ackerbau eingesetzt sind. Nicht zu vergessen sind die Unternehmer der Region, die als unsere Partner Elektro-, Sanitär- und Wartungsarbeiten für die Alboco GmbH ausführen.

Welche finanzielle Förderung aus Steuergeldern erhält die Alboco GmbH?

Der Bau und der Betrieb von Schweineställen sowie von Biogasanlagen werden in Sachsen-Anhalt nicht subventioniert oder gefördert. Die Alboco GmbH erhält keine Steuergelder als Beihilfe für die Schweinehaltung. Für den gezielten regionalen Anbau von Getreide für die Lebensmittelherstellung und nachwachsenden Rohstoffen erhalten wir für ausgewählte Flächen von der EU Flächenprämien als Agrarförderung.

Wie viele Fahrzeuge fahren von der Alboco GmbH täglich durch Hecklingen?

Täglich ist mit drei bis fünf normalen Transport-LKW für Futter und Tiere zum Betrieb zu rechnen. Schweinegülle wird in der Vegetationszeit im Frühjahr sowie im Herbst auf die Felder ausgebracht. Hier ist in der Saison mit 20 landwirtschaftlichen Fahrzeugen je Tag zu rechnen. Landwirte aus der Region fahren in der Erntezeit ihr Getreide ebenfalls mit ihren Traktoren zu uns.

Besteht aufgrund der vielen Tiere die Gefahr von Seuchen?

Nein! Gerade weil es sich um einen modernen Betrieb handelt und weil im Umkreis des Betriebes relativ wenige Schweine gehalten werden, ist die Seuchengefahr außerordentlich gering. Das Betreten oder Befahren des Betriebes ist für betriebsfremde Personen aus diesem Grund auch nur nach Rücksprache mit dem Betriebsleiter und nach Einhaltung aller von der Alboco GmbH geforderten Hygienemaßnahmen zulässig.

Wie groß ist die Gefahr einer Trinkwasser- oder Gewässerverunreinigung?

Jeder Pflanzendünger, auch Gülle, wird entsprechend der "guten fachlichen Praxis" den Pflanzen auf dem Acker verfügbar gemacht. Wenn Gülle ordnungsgemäß entsprechend den gesetzlichen Vorgaben ausgebracht wird, kann Grund- oder Trinkwasser nicht verunreinigt werden.

Was passiert mit toten Tieren?

Auch bei ordnungsgemäßer Haltung können Schweine sterben. Die toten Tiere werden sofort aus dem Stall gebracht. Die Tierkadaver werden dann umgehend von einem spezialisierten Tierkörperverwertungsunternehmen fachgerecht abgeholt.

Wie groß sind die Geruchsbelästigungen für die Anwohner?

Aufgrund der Lage des Betriebes in einer Senke am Stadtrand ist in der Praxis der Betrieb an einigen Tagen im Jahr für die Bewohner von Hecklingen "riechbar". Wir sind uns aber unserer Verantwortung bewusst, die Geruchsemissionen über die gesetzlichen Vorgaben hinaus so gering wie möglich zu halten. Abluftreinigung, hohe Abluftkamine und nicht zuletzt die "Veredelung" der Gülle in der Biogasproduktion sind einige Beispiele dafür. Durch die Biogasanlage riecht die vergorene Gülle deutlich weniger als z.B. Hühnertrockenkot. Bei der Ausbringung der Schweinegülle auf den Feldern bemühen wir uns, die Windrichtung, Wetterlage und Wochenenden zu berücksichtigen. Häufig riechen jedoch auch organische Dünger, welche von anderen Landwirten auf deren Flächen in Ortsnähe ausgebracht werden.

Bekommen die Tiere Antibiotika?

Antibiotikum darf in der Schweinehaltung nur auf Anordnung eines Tierarztes und zur Behandlung einer Krankheit eingesetzt werden. Aufgrund der guten Haltungsbedingungen bei der Alboco GmbH ist der seltene Einsatz von Antibiotikum nur auf Einzeltiere beschränkt. Antibiotikum als "Leistungsförderer" einzusetzen ist schon seit 2006 in Deutschland verboten. Es liegt in unserem ureigensten Interesse, einen gesunden Tierbestand zu haben und so den Einsatz von Medikamenten auf ein Minimum zu beschränken.

Wie ist das Futter unserer Schweine zusammengesetzt?

Unsere Schweine bekommen eine nahrhafte Futtersuppe, die sich zusammensetzt aus 
- Getreide und Kartoffeln, die nicht als menschliches Nahrungsmittel geeignet sind (größtenteils aus der Region)
- Gerstenkleie
- Nebenprodukte der vegetarischen Nahrungsmittelherstellung
- als Eiweißlieferanten Rapsextraktionsschrot und Sojaschrot

Wie viel Platz haben unsere Schweine?

Nach der Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung (Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung - TierSchNutztV),
§ 29 Besondere Anforderungen an das Halten von Zuchtläufern und Mastschweinen muss entsprechend dem Durchschnittsgewicht der Tiere für jedes Schwein mindestens eine uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche von 0,75 m² zur Verfügung stehen. In den Alboco-Ställen stehen unseren Tieren 20 % mehr Fläche zu als diese gesetzliche Richtlinie vorgibt. Ein Schwein hat bei uns 0,9 m² zur Verfügung.

Warum haben die Ställe so eine geringe Fensterfläche?

In der entsprechenden Verordnung sind tagsüber 80 Lux Lichtstärke gefordert. Diese Helligkeit ist mit Fenstern über die gesamte Stallfläche nicht zu erreichen. Um die Werte einzuhalten, setzen wir im Alboco-Stall künstliches Licht ein, das acht Stunden am Tag den Tieren eine warme Helligkeit spendet. Außerdem hat sich herausgestellt, dass die Schweine eine punktuelle Beleuchtung (wie z.B.  durchscheinendes Sonnenlicht über die Fensterflächen) meiden und eine gleichmäßige Ausleuchtung vorziehen. Im Rahmen der Initiative Tierwohl haben wir zusätzliche Lichtflächen aus Plexiglas mit einem leichten Milcheffekt geschaffen, die diesem Bedürfnis der Schweine Rechnung tragen.
Damit die Schweine sich auch nachts in ihrer gewohnten Umgebung zurechtfinden und beispielsweise problemlos ihre Wassertränken erreichen können, haben wir schwache Orientierungslichter installiert.

Wie wird der Wasserbedarf der Schweine gedeckt?

Schweine brauchen täglich 7 bis 8 Liter Wasser. Über den Futterbrei nehmen sie einen Großteil dieser Menge auf. Ihnen steht aber auch 24 Stunden am Tag frisches Wasser zur Verfügung, das sie über Getränkenippel beziehen. Um die Tränkwasserqualität hoch zu halten, sind die Getränkenippel in einem räumlichen Abstand von den Futtertrögen angebracht.

Sie möchten mehr erfahren?

Wir geben Ihnen gern weitere Informationen. Schicken Sie uns einfach eine Mail mit Ihren Fragen unter buero(at)alboco.de.

Mehr Daten und Fakten rund um das Thema "Moderne und verantwortungsvolle Landwirtschaft" finden Sie auch auf www.agrarfakten.de, www.fragdenlandwirt.de, www.das-eule.dewww.heimische-landwirtschaft.de oder www.fnl.de. Klicken Sie einfach mal rein und informieren Sie sich.