Ackerbau

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Die von uns bewirtschafteten Böden rund um Hecklingen zählen zu den fruchtbarsten in ganz Deutschland. Nicht nur günstige Witterungsbedingungen sondern vor allem eine bedachte Bodenbearbeitung und umsichtiger Pflanzenanbau ermöglichen uns beste Ernteergebnisse und den Erhalt der Bodenqualität. Dies sind wir der Natur, unseren Verpächtern und unserem betrieblichen Ergebnis schuldig. Wir bauen auf unseren Feldern Raps, Gerste, Weizen und Mais an. Dabei verzichten wir auf genverändertes Saatgut. Ein Großteil unserer Ernte findet direkt auf unserem Betrieb weitere Nutzung und Veredelung: Die Gerste wird auf dem Tierhaltungsbetrieb direkt geschrotet und in Fahrsilos gelagert. Das Gerstenschrot bildet einen gesunde und nahrhafte Grundlage des Futters. Gleiches gilt für unseren Körnermais.

Der nachwachsende Rohstoff Mais wird ebenfalls auf kurzen Wegen zur Erzeugung von Biostrom oder als Schweinefutter verwendet. Der wertvolle Qualitätsweizen wird nach der Einlagerung in der Saalemühle oder der Magdeburger Mühle zu Mehl vermahlen.

Düngung im Frühjahr und Herbst
Die wesentliche Düngung erfolgt mit Gärsubstrat aus der eigenen Biogasanlage. Die Schweinegülle aus dem Schweinestall wird in der Biogasanlage vergoren, dort wird das Methan genutzt, um Biogas zu erzeugen. Durch den Gärprozess riecht die Schweinegülle wesentlich weniger, als wenn sie direkt aus dem Stall kommt. Das Gärsubstrat beinhaltet die wesentlichen Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kali sowie einige weitere wichtige Spurenelemente. Die Düngung mit Gärsubstrat ist ein bedeutender Baustein, um Ressourcen zu schonen und die Kreislaufwirtschaft zur erhalten.
Wir betreiben den landwirtschaftlicher Kreislauf: Getreide aus dem Anbau auf Feldern in der Region ist ein wesentlicher Bestandteil des Futters für unsere Schweine. Deren Gülle wird in unserer Biogasanlage verwertet. Das bei der Energiegewinnung entstandene Gärsubstrat ist ein wertvoller Dünger und wird auf unseren Ackerflächen bedarfsgerecht und kontrolliert ausgebracht.
Eine mineralische Düngung erfolgt nur bei bestimmten Mangelsymptomen der Pflanzen.
Die Hauptdüngung mit Gärsubstrat erfolgt im Frühjahr zum Start der Vegetation. Dann beginnen die Pflanzen mit dem Wachstum. Die Ausbringmenge im Frühjahr beträgt ungefähr drei Liter Gärsubstrat pro Quadratmeter. Die gleichmäßige Ausbringung des Gärsubstrates erfolgt mit modernster Technik. Eine bodennahe Ausbringung durch eine spezielle Schleppschlauchtechnik reduziert Nährstoffverluste erheblich.
Im Herbst, vor der ersten flachen Bodenbearbeitung, wird nur eine geringe Menge Gärsubstrat benötigt, um die Verrottung des Strohs zu fördern und um den Pflanzen etwas Nährstoff zur Verfügung zu stellen. Unmittelbar nach der Ausbringung auf die abgeernteten Felder erfolgt eine flache Bodenbearbeitung.

Bodenbearbeitung
Nach der Ernte wird der abgetrocknete Boden durch den Grubber flach bearbeitet, so können ausgefallene Körner und Unkrautsamen keimen. Nach 2-3 Wochen erfolgt eine weitere tiefe Bodenbearbeitung, um den Acker 20-25 tief zu lockern. Hierbei werden zurückgebliebene Pflanzenreste in den Boden eingemischt und das Saatbett für die nächste Aussaat bereitet. Diese tiefe Bodenbearbeitung erfolgt mit Grubber oder wahlweise auch mit dem Pflug. Beim Pflügen wenden die Pflugschare den Boden 20-30 cm tief und lockern ihn damit auf. Bei der Wahl - ob Pflug oder Grubber - ist viel Fingerspitzengefühl und die Erfahrung des Landwirts gefragt.

Bestellung
Zunächst machen sich die Landwirte intensive Gedanken, welche Frucht auf dem Feld wachsen soll. Um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und stetig zu verbessern, wechseln die angebauten Feldfrüchte in jedem Jahr. Hier spricht man von einer Fruchtfolge. Von den Landwirten der Alboco werden Gerste, Weizen, Raps und Mais angebaut. Beim Mais erfolgt das Legen erst im Frühjahr.
Weiter bestimmen wir in Abhängigkeit der Standortbedingungen und späteren Verwendung die richtige Sorte der jeweiligen Kultur. So gibt es beispielsweise spezielle Weizensorten, die im Sommer ungefähr 14 Tage früher reif sind als eine andere Sorte.
Das Saatgut wird vor der Aussaat von geschädigten Körnern und Unkrautsamen gereinigt und ist in der Regel gegen verschiedene Pilzkrankheiten gebeizt.
Zur Vorbereitung der Saat füllt der Landwirt das Saatgut in die Sämaschine und stellt die Saattiefe (bei Winterweizen ca. zwei Zentimeter) sowie die auszusäende Menge ein (150 bis 210 kg pro Hektar je nach Sorte, Korngröße, Boden und Saatzeit). Die Aussaat erfolgt in ein feinkrümeliges und gut abgesetztes Saatbett, um den Samenkörnern gute Wachstumsbedingungen zu geben.  Während der Aussaat wird das ganze Feld flächendeckend überfahren. Dabei werden die Samenkörner in gleichmäßigen  Reihenabständen im Boden abgelegt und leicht zugedeckt.

Pflanzenschutz im Frühjahr und Herbst
Nach der Getreideaussaat im Herbst oder der Maisaussaat im Frühjahr wachsen nicht nur die gewünschten Kulturpflanzen, sondern auch unerwünschte „Unkräuter“. Die Unkräuter stehen mit den Kulturpflanzen in direkter Konkurrenz um Wasser, Licht und Nährstoffe.
Diese unerwünschten Unkräuter werden mit einer vorher genau berechneten Menge an chemischen Pflanzenschutzmitteln zum Absterben gebracht. Die chemischen Pflanzenschutzmittel greifen nur in den Stoffwechsel der Unkräuter ein und beeinflussen die Kulturpflanze in ihrem Wachstum kaum. Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln steht unter sorgfältiger Kontrolle und konsequenter Dokumentation.
Ein weiterer wichtiger Punkt im Pflanzenschutz ist die Behandlung der Kulturpflanze gegen schädliche Pilze und Insekten. Die Pilze verringern die Assimilationsfläche der Pflanze, so dass in der Ähre weniger Nährstoffe eingelagert werden können. Die schädlichen Insekten lassen die Blätter verkümmern oder saugen die noch nicht ausgereiften Körner aus.

Ernte
Das Getreide wird geerntet, sobald die Körner in den Ähren fertig gereift und ausreichend getrocknet sind. In Abhängigkeit von den klimatischen Standortbedingungen, der Aussaatzeit, der Sorte und der Nährstoff- und Wasserversorgung erfolgt die Ernte in Deutschland zwischen Ende Juli und Anfang September.

Sie wird heute ausschließlich mit Mähdreschern durchgeführt, die zuerst die Halme mit den Ähren abschneiden, dann in der Dreschtrommel die Körner aus den Ähren dreschen und anschließend die Körner von Stroh und Spreu abtrennen.

Das Getreide wird dann mit eigenen Fahrzeugen vom Feld abgefahren und in Silos eingelagert. Dort wird es regelmäßig belüftet und auf Schädlinge kontrolliert.

Der Weizen und Raps wird je nach Bedarf in den umliegenden Mühlen zu Mehl bzw. Öl verarbeitet. Die Gerste dient als Futter für unsere Schweine.

Der Mais wird Ende September bis Mitte Oktober geerntet. Beim Mais wird die gesamte Pflanze inklusive Körner in kleine Stückchen gehäckselt und in einem großen Silo gelagert. Der gehäckselte Silomais ist zusammen mit der Schweinegülle Grundlage für die Biogaserzeugung.